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Holländerhof

„Diese Bilder sind nicht außergewöhnlich, weil sie von Menschen mit Behinderungen fotografiert wurden. Nein - es sind außergewöhnlich gute Fotos von talentierten Fotografen."

Mit diesen Worten eröffnete Günter Grätsch, Fotochef der sh:z, die Ausstellung „… mittendrin sein". Das Fotoprojekt des Holländerhofes zeigt Portraits von Menschen mit Behinderungen, auf denen versucht wurde, den typischen Gesichtsausdruck des Einzelnen einzufangen und so die individuellen Persönlichkeiten darzustellen. Die schwarz-weiß-Aufnahmen sollen versuchen, Berührungsängste abzubauen und die Betrachtenden dazu anregen, sich nicht nur für die Menschen auf den Bildern zu interessieren, sondern auch mit ihnen in Kontakt zu treten.

Auch im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum waren die Bilder zu sehen, neben einer Retrospektive des Holländerhofes. Maria Rönnau, die Einrichtungsleiterin, betonte in ihrer Rede, dass 40 Jahre Holländerhof auch für 40 Jahre Behindertenarbeit in Deutschland stünden – und wie viel sich in dieser Zeit verändert habe. Die Beschäftigten haben sich Arbeitsbereiche erschlossen, die ihnen früher niemand zugetraut hat – und sie haben sich in ihnen profiliert. Besonders geehrt wurden Hans-Herrmann Erichs, Hans-Peter Jaudziens, Inge Lorenzen und Maren Petersen, die „ihrem" Holländerhof seit 40 Jahren die Treue halten.

Was sollte aus dem alten Bunker auf dem Gelände der Trollsee-Werkstatt werden? Die Entscheidung fiel bald: einen Kulturturm und eine integrative Begegnungsstätte. Am 1. Oktober wurde die erste Ausstellung eröffnet: „Im Bunker – Raum der leisen Stimmen". Gerrit Becker (Maler & Schriftsteller), Karl Siebig (Autor & Regisseur) und Richard Wester (Musiker) schufen zusammen eine Ausstellung zum Thema Gewalt mit zwölf sehr unterschiedlichen Stationen. Die Ausstellung und das Rahmenprogramm sorgten dafür, dass die Eröffnung des Trollsee-Turmes zahlreiche Besucher anlockte und die Neugier auf zukünftigen Veranstaltungen geweckt wurde.