zum Inhalt

Theaterwelten "Sturm bis Orkan" auf dem Holländerhof und im Kühlhaus

Das Inklusionsprojekt „Theaterwelten“ in Kooperation mit der Hannah-Arendt-Schule fand auf dem Holländerhof im Zeitraum von November 2014 bis Ende März 2015 nun schon zum vierten Mal statt.

Angelehnt an William Shakespeares „Sturm“ ging es mit dem aktuellen Stück „Sturm bis Orkan“ und knapp 20 Darstellern in die nächste Runde. Wesentlich war hierbei, dass auf einer Ebene zusammengearbeitet wird und man mit den Fähigkeiten, die man hat oder entwickeln kann, akzeptiert wird. Es wurde in Kooperation mit Schülern der Hannah-Arendt-Schule ein Stück entwickelt, welches auf der einen Seite Elemente aus Shakespeares „Sturm“ enthält  und sich auf der anderen Seite mit privaten Themen auseinandersetzt. Es wird dadurch eine Brücke geschlagen zwischen nicht behinderten und behinderten Menschen und zwischen Shakespeares „Sturm“ und jedem einzelnen Teilnehmer.

Seit November wurde zwei Mal in der Woche geprobt. Dabei wurden die einzelnen Szenen aus dem „Sturm“ improvisatorisch weiterentwickelt und in eine leicht zugängliche Sprache übersetzt. Gleichzeitig gab es aber auch Raum für andere frei improvisierte Szenen. In einem zweiten Schritt wurden dann die einzelnen Szenen und Rollen, welche entstanden sind, weiter ausgearbeitet und dann gegen Ende der Probenzeit zusammengeführt.

Bei dem Stück handelt es sich um ein Zaubermärchen. Prospero der Zauberer wurde vor zwölf Jahren von seinem Bruder auf eine einsame Insel verbannt. Nun rächt er sich mit Hilfe des Luftgeists Ariel und seinem tierischen Sklaven Caliban und lässt einen tosenden Sturm aufziehen, in dem seine Widersacher Schiffbruch erleiden und auf seiner Insel stranden. Es ist Geschichte von Rache, Schuld, Reue und nicht zuletzt von einer fantastischen Welt mit schrägen Figuren, in der natürlich auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf, die schlussendlich auch zum „Happy End“ des Ganzen beiträgt.

Es ging hierbei nicht vordergründig darum, dass die Handlung des „Sturms“ genau wieder gegeben wird, sondern vielmehr um die Freude am Spielen. Und die ist für die Zuschauer deutlich zu spüren. Da lässt sich Helmut – ein gestandener 2-Meter Kerl – darauf ein, die junge Prinzessin und Tochter Prosperos zu spielen. Mit Spitzenrock, Perücke und Schleifchen im Haar. Während die sonst eher zurückhaltende Annette laut schimpfend und meckernd als böser Fiesling über die Bühne marschiert.

Geleitet wurde das Projekt, wie schon das letzte Mal, von der Theaterregisseurin und Filmemacherin Ulla Bay Kronenberger. Eine Besonderheit war in diesem Jahr die öffentliche Aufführung in der Kulturwerkstatt Kühlhaus e.V. am dritten Aufführungsabend. Diese Aufführung wurde u.a. durch eine Förderung vom Kulturbüro Flensburg realisiert.

Alle drei Aufführungen waren sehr gut besucht und nahezu ausverkauft.