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Mein Name ist Erika und ich habe im letzten Jahr auf dem Holländerhof einen Bundesfreiwilligendienst „Ü 27“ absolviert.

Vorher habe ich lange im kaufmännischen Bereich gearbeitet  und zuletzt eine Einzelhandelsfiliale geleitet. Bei mir entstand jedoch mit der Zeit der Wunsch, mich beruflich umzuorientieren. Eine Tätigkeit, bzw. Ausbildung im sozialen Bereich konnte ich mir dabei sehr gut vorstellen. Da eine berufliche Umorientierung in meinem „Alter“ natürlich nicht mehr so einfach zu realisieren ist, wie direkt nach der Schule, hatte ich mich zunächst dazu entschieden, einen Bundesfreiwilligendienst zu machen. Ich wollte festzustellen, ob die Arbeit im sozialen Bereich bzw. mit Menschen mit Handicap, auf Dauer wirklich das Richtige für mich ist.

Für mich stellte sich heraus, dass es die beste Entscheidung war, die ich hätte treffen können: ich erlebte eine wunderbare Zeit, in der ich – auch für mich persönlich – unglaublich wichtige Erfahrungen sammeln konnte.

Ich arbeitete im Werkstattbereich in der Aktenvernichtung, wo viele Menschen mit erhöhtem Assistenzbedarf arbeiten, die zum Teil auch Pflege benötigen. Die Behinderungsbilder sind dort ganz unterschiedlich, aber eines haben alle dort arbeitenden Menschen gemeinsam: sie sind unglaublich wertschätzend, offen und sehr herzlich.
Das Thema Pflege war für mich neu und ich konnte vorher auch nicht genau einschätzen, wie dies für mich sein wird. Durch die gute Einarbeitung der Fachkräfte merkte ich aber schnell, dass dies überhaupt kein Problem, sondern ein ganz normaler und auch wichtiger Teil des Lebens ist.
Meine weiteren Aufgaben waren die Unterstützung der Menschen mit Handicap bei ihren Arbeitsschritten und bei den Mahlzeiten. Daneben hatte ich aber auch die Möglichkeit mit Einzelnen spazieren oder einkaufen zu gehen, oder auch mal etwas zu basteln.
Neben meinem Einsatz in der Werkstatt gehörte zum BFD „Ü 27“ auch die Teilnahme an diversen Seminaren, durch die ich Einblicke in ganz neue Themenbereiche bekam, aber auch für mich selbst ganz viel Spannendes lernen konnte.
Mein BfD-Jahr war definitiv eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Berufsleben und hat mich sehr darin bestärkt und bestätigt, eine berufliche Umorientierung in den sozialen Bereich, bzw. in die Behindertenarbeit, zu wagen.

Ich kann Jedem, der einfach eine Zeit lang mal etwas ganz „Anderes“, aber sinnvolles, machen möchte, den BFD „Ü 27“ empfehlen! man bekommt viele unbezahlbare, wunderschöne Erlebnisse, durch die man für’s Leben lernt!

Erika Lewy, Bundesfreiwilligendienstlerin auf dem Holländerhof

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